Tim rockt!

Wir verneigen uns voller Respekt und Ehrfurcht und diesen ganzen Dingen vor dem Sieger des Uni-Golfteam Lüneburg Matchplay 2009. So, und nun setzen wir uns wieder und lauschen seiner Geschichte.

Das Finale

Dienstag, 8. September 2009, 11:30 Uhr, Tee 1 im Hamburger Golf-Club Falkenstein. Gleich die erste Bahn war ein Paradebeispiel für den Verlauf des gesamten Matches. Beide trafen das Fairway, beide trafen das Grün und beide hatten nicht mehr als 5 Meter zum Birdie. Allerdings haben wir diese Bahn – im Gegensatz zu vielen anderen Löchern – dann doch nur mit PAR geteilt. Ein Match auf allerhöchstem Niveau also, wir haben uns die Birdies gegenseitig nur so um die Ohren gehauen. Sky Sports hat kurz darauf angerufen und uns erklärt, dass die Wiederholungen der PGA Tour vom Wochenende abgesagt wurden, damit unser Match live übertragen werden kann. Die Zuschauerränge wurden aufgebaut, und auf den zweiten Neun hatten wir gefühlte 1.000 und gezählte 10.000 Zuschauer um die Grüns, Fairways und Teeboxen stehen. Die Stimmung war top, die Leute am toben und die weiblichen Zuschauer fingen an sich auszuziehen (weil das Wetter so fantastisch war).

An Loch 2 nutzte ich meine Vorgabe und ging 1 auf. Jascha antwortete mit einem Birdie an Loch 3 (PAR 3, 220m von weiß) und glich wieder aus. Die nächsten Bahnen wurde wieder schön geteilt. Mit 1 auf für mich nach neun Löchern zeichnete sich bereits ab, dass es ein sehr knappes und vermutlich auch langes Match werden würde. So war es dann auch. Mit 1 auf für mich ging es auf die 17, ein kurzes PAR 5. Jaschas zweiter Schlag lag pin high etwa sieben Meter von der Fahne entfernt zum Eagle. Ich musste also nachlegen, traf allerdings den Grünbunker. Jetzt musste das Ding schon brutal nah ans Loch. Kein Problem, nach einem herausragenden Schlag, der die Massen zum Toben brachte (das habt ihr doch bestimmt gehört? So gegen 15:00 Uhr?), wurde mir zum Birdie geschenkt und das Loch geteilt. (‘Birdie’ und ‘Teilen’ waren auf dieser Runde übrigens immens häufig gemeinsam anzutreffen.) Jascha musste also die 18 gewinnen, um ein Stechen zu bekommen. Hat er aber nicht, also stand es nach der 18 2 auf für mich. Gewonnen!

Ein großartiges Match auf höchstem sportlichen Niveau mit einem Maximum an Fairness und soliden 240% Spaß. Herrlicher geht’s nicht.

von Tim Holzmüller

Der Weg ins Finale

17. April 2009: In einem sensationell spannenden Match auf dem Süd-Course der Golfanlage Green Eagle hat sich David mit 6 auf 4 überlegen gegen Felix durchgesetzt. Felix vergab zwar auf den Front Nine schon alle ernsthaften Chancen auf einen Sieg, erarbeitete sich auf den Back Nine aber immerhin einen soliden Hoffnungsschimmer. Den zerstörte David, der mit dem Platz ausgezeichnet zurecht kam, gekonnt auf Bahn 14 mit einem fast unmöglichen Putt zum Par, zum Sieg und zum sicheren Platz im Halbfinale des Matchplay 2009. "Wenn ich so weiter spiele, setze ich mich schon beim Tourauftakt, dem Moritz Golf Cup, so weit an die Spitze des Leaderboards der Unigolftour, dass mich da keiner mehr weg bekommt", sagte der strahlende Sieger.

8. Mai 2009: Noch knapp vor der Gewitterpause setzte sich Jascha gegen Ann-Paulin mit 5 auf 3 auf dem Treudelberg durch. Damit verlässt die Titelverteidigerin aus 2008 zwar schon unerwartet früh den Club der potentiellen Preisträgerinnen und Preisträger, kann sich aber nun um so entspannter auf den Auftakt zur Unigolftour und die Student Masters vorbereiten. Jascha hingegen packt den Einzug ins Halbfinale und spielt nun in der nächsten Runde gegen Jannes oder Marcus.

24. Mai 2009: Das bisher früheste Match im laufenden Wettbewerb (die beiden standen tatsächlich um 08:00 Uhr auf dem ersten Abschlag) sollte gleichzeitig auch die bisher späteste Entscheidung herbeiführen. Nach einem starken Start von Isabel und einer Führung von 3 auf nach fünf Bahnen hat Tim sich doch noch seinen Sonntag retten und an der 16 mit 3 auf 2 gewinnen können. Laut Tim haben beide "unfassbar gutes Golf" gespielt, so dass die Entscheidung nicht nur knapp klingt, sondern auch tatsächlich knapp war. Wer weiß, vielleicht brachte ja sogar der Caddie den entscheidenden Vorteil für Tim? Die Masters werden uns der Wahrheit ein Stück näher bringen, denn für den 8. und 9. Juni ist seine Schwester bisher noch nicht als Caddie gemeldet. Das erste Halbfinale steht somit fest, die Begegnung Jannes vs. Marcus ist für den 7. Juni angesetzt. Ein brisantes Datum, denn keine 24 Stunden später beginnen bereits die Masters. Spannender kann eine Aufwärmrunde wohl kaum sein.

7. Juni 2009: Keine 24 Stunden vor Beginn der Auftaktrunde der Student Masters haben Jannes und Marcus ihr Viertelfinale auf dem Old Course auf Schloss Lüdersburg ausgespielt. Obwohl Jannes früh in Führung ging (3 up nach vier Bahnen) und diese auch bis zur Entscheidung an Bahn 15 nicht mehr abgab, blieb die Partie durchaus spannend. "Marcus und ich haben immer auf den gleichen Bahnen gleich gut oder gleich schlecht gespielt." Zwischenzeitlich kam Marcus sogar bis auf 1 down ran, aber and der 15 machte Jannes den Sack zu, nahm sich sein Halbfinal-Ticket, fuhr nach Hause und suchte in seinem Kleiderschrank nach den mit Abstand lustigsten Klamotten, die je ein Mensch bei der Finalrunde der Student Masters zu tragen bereit wäre.

7. Juli 2009: Der erste Finalist für das Matchplay 2009 steht fest, und (Spoiler Alert) er heißt nicht David. Für Tim ist das gleich doppelt toll. Er ist im Finale und die Rechnung, die er seit den Student Masters 2009 noch mit dem Lakes Course offen hatte, ist jetzt auch beglichen. Herzlichen Glückwunsch! Damit startet die Suche nach einem würdigen Finalgegner, und (Spoiler Alert) der heißt vermutlich Jannes oder Jascha.

13. August 2009: Jetzt haben wir uns so viel Mühe beim Auswählen eines passenden Golfplatzes für das zweite Halbfinale gegeben und dann das. In Dionys wollte man Jannes einfach nicht als Student akzeptieren – trotz gültiger Immatrikulationsbestätigung und Erfüllung der zusätzlichen Altersgrenze. Kein Mensch weiß wieso. Gut, zumindest weiß nun aber jeder Mensch warum das Match dann doch nicht in Dionys ausgetragen wurde, sondern auf einem Platz auf dem Studierende herzlich willkommen sind. Das Ergebnis der Partie lässt erahnen wie unglaublich spannend das gewesen sein muss: 1 auf für Jascha. Wir freuen uns auf das Fii-naa-löö!